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Rückblick auf Reggio Calabria

Der Name „Reggio Calabria“ hatte bei jedem Italiener nördlich von Rom, dem wir von unseren Sprachkursplänen erzählt hatten, blankes Entsetzen und Unverständnis hervorgerufen und sofort zum Erzählen von Geschichten über Raub, Mord und Mafia animiert. Kurzfristig zweifelten wir sogar an unserer Annahme, hier unten für einen Monat gut aufgehoben zu sein. Als wir jedoch in Reggio angekommen waren, hatten wir zugegeben eine nicht besonders reizvolle, aber auch nicht im Mindesten so gefährliche Stadt vorgefunden, die gerade wie jede süditalienische Stadt in einer wirtschaftlich schweren Zeit zu stecken scheint. Trotzdem haben wir sehr viele sehr freundliche Menschen angetroffen, die uns herzlich willkom- men geheißen haben und auch die eine oder andere hübsche Ecke in der Stadt ausgemacht.

Unser Stammlokal fürs Mittagessen direkt neben dem Theater ...


 ... oder mein Lieblingsfischhändler dirket gegenüber der Uni. Für mich jeden Morgen ein wahres Erlebnis! 


Eisessen im Dezember in der Mittagspause ...

 

 ... oder Spazierengehen entlang des Rathauses ...

... und die Uni Dante Alighieri - schwer baufällig, aber was man von der neuen Fassade schon sehen konnte, sieht schon wieder ganz hübsch aus.


Als wir uns von Reggio verabschieden wollten, fiel uns das widererwarten schwer. Zum einen hatten wir hier neue Freunde gewonnen und eine gute Zeit verbracht, zum anderen tauchte unser Vermieter zum vereinbarten Termin erst gar nicht zur Schlüsselübergabe und Restzahlung auf. Schön – dachten wir, eigentlich könnten wir ja somit einfach auf Nimmer-wiedersehen  verschwinden und die restlichen 250€ plus vielleicht weitere 50€ Strom/Gas und Wasser behalten – hätten wir nicht bei unserer Ankunft unsere Ausweise vorlegen müssen (somit war bekannt wo unser Haus wohnt) und hätten wir nicht mittlerweile starke Bindungen in zwielichtige mafiöse Gefilde vermutet. Wahrscheinlich wären schneller als uns lieb gewesen wäre bös aussehende Inkassomenschen bei unseren Eltern aufgetaucht und somit ließen wir diesen Gedanken dann doch schnell wieder fallen.

Also blieb uns nichts anderes übrig als in den nächsten zwanzig Minuten jedem einzelnen Familienmitglied unseres Vermieters am Telefon zu erklären, dass wir nicht einfach die nächsten drei Stunden warten könnten, bis der Filius aus dem Wochenendurlaub heimkommen würde, sondern dass wir in drei Stunden bereits kurz vor Palermo sein müssten, da unsere Eltern im Flieger auf die Insel saßen. Da unser vierwochen-Italienisch nicht fürs Feilischen und Diskutieren  am Telefon ausreichte, einigten wir uns schließlich und verließen mit einer Stunde Verspätung Reggio. Die Restmiete plus eine saftige und unergründlich aus dem Blauen verlangte Nebenkostensumme ließen wir auf dem Küchentisch liegen und fuhren mit einem unguten Gefühl und einer neuen Lektion in Sachen Lebenserfahrung in der Tasche in Richtung Palermo.

6.1.14 18:56


Er tut nicht mehr ...

Bob ist schwer erkrankt. Zeigt keine Vitalfunktionen. Akuter Anfall Nichtanspringen-Wollens. Riesige weiße Wolke aus dem Auspuff, aber kein Starten. Sofort erreicht uns von den auf der Terrasse über uns eingenebelten Herren der Zuruf mit französischem Akzent: „ist vielleicht die Zylinderkopfdichtung, hä?“

Innerlich überschlage ich bereits die Kosten für einen neuen Motor (wir haben darin ja bereits Erfahrung) während hilfsbereite Menschen vom gesamten Campingplatz inklusive ihrer Werkzeugkoffer herbei stürmen und uns ihre Hilfe anbieten. Das ist das Tolle am Campen.

Aktuell schauen drei Männer (meiner, ein französisch-schweizerischer Automechaniker a.D. und ein deutscher Automechaniker) in die offene Motorhaube. Der italienische Mechaniker von der nächsten Werkstatt war im dicken BMW schon da gewesen und kommt nach der Siesta wieder. In der Zwischenzeit haben Carsten und Manfred den Motor halb auseinander genommen, um an die Glühkerzen zu kommen. Bisher ist das Problem noch nicht ausfindig gemacht worden. Wir befürchten das Schlimmste, hoffen aber das Beste. Zwischen den Leuten vom Fach werden die verschiedensten Ursachen diskutiert. Weißer Rauch vom Öl - nein vom Diesel, fehlende Kompression, Dichtung kaputt, Glühkerze, vielleicht doch die Elektronik? Ich verstehe nur Bahnhof und mir bleibt einzig die Berichterstattung und Verköstigung.  

Hier ein Zwischenstandsfoto:


7.1.14 13:53


Entwarnung

Unserem Bob geht es wieder besser. Wir sind nun auf Ersatzteilsuche. Nachdem Carsten und Manfred, ein äußerst hilfsbereiter und fachkundiger Mechaniker aus Achern, den Kühler ausgebaut, die Servolenkungsflüssigkeit abgelassen, die Spannung geprüft und sämtliche Einzelteile rund um das Auto herum verteilt hatten, stellten sie fest, dass das Nicht-Anspringenwollen zum Glück kein Problem des Motors, sondern des Glühkerzenrelais war. Nachdem dieses aus- und wieder eingebaut wurde, sprang der alte Bock wieder an und tat, als wäre nichts gewesen - (wo sind aber der letzte Liter Öl und die fehlende Kühlflüssigkeit hin verschwunden? Man weiß es nicht. Möchte es vielleicht auch nicht wissen!). Heute Morgen hatten wir allerdings das selbe Problem und da wir nicht ständig ein- und ausbauen wollen, suchen wir nun einen Händler, der uns eben dieses Relais beschaffen kann.

Jedenfalls wurde unser Aufenthalt unfreiwillig verlängert und unser Besuch bei der Familie eines Kollegen fiel darauf hin aus. Sehr, sehr schade! Wir hatten uns schon darauf gefreut, hatten wir doch bisher immer sehr nette und gastfreundliche Menschen kennengelernt! Da wir aber wieder zurück nach Reggio müssen, wird wohl nichts mehr daraus.

 

8.1.14 18:38


Neues vom Ätna

Der Vulkan hat es uns ganz schön angetan. So sind wir dann auch zum zweiten Mal die kurvige Straße im ersten und zweiten Gang hinauf"geschlendert" und haben diesmal auch die Seilbahn bis auf 2.500m Höhe genommen. Nochmals gute zweihundert Höhenmeter später empfing uns bei wolkenlosem Himmel eine atemberaubende Vulkanlandschaft, so unwirklich und absolut still, dass außer unseren Schritten lange Zeit nichts zu hören war.

Im Sommer gibt es geführte Touren bis hinauf zum aktiven Krater. Uns hatte leider nach kurzer Zeit ein Ätna-Ranger eingeholt und freundlich darauf hingewiesen, dass wir uns hier nicht aufhalten dürften und so mussten wir unseren alleinigen Aufstieg schwerenherzens abbrechen.

 

Aber die "alten" Krater der letzten Jahre kann man bewandern und so sind wir auf den Rand des 2001 gebildeten Kraters gestiegen. Auch das lohnt sich allemal. Mit Blick auf den rauchenden Krater und gleichzeitig auf das Meer wurden wir bestens entlohnt. 

Und dann sagte uns noch dieser kleine Kerl hier guten Tag.


 

9.1.14 18:07


Wir bleiben noch ...

Wir haben uns entschlossen, noch einige Tage hier auf Sizilien zu bleiben. Das Wetter ist super, seit Tagen um die 18 Grad und es wird diese Woche wohl auch noch so bleiben. Wir stehen auf einem kleinen Stellplatz etwas südlich von Taormina, auf dem sich hauptsächlich italienische und deutsche Langzeitcamper und Überwinterer aufhalten. Wir sind mit Abstand die Jüngsten und somit mit unserem „just married“ auf der Heckscheibe die Hauptattraktion. Kaum zu glauben, dass man in unserem Alter (natürlich sehen wir ja viel jünger aus, als wir sind ) schon verheiratet ist! Wir (vor allem Carsten) bekommen zahlreiche Ratschläge, eine erfolgreiche Ehe zu führen und sammeln fleißig Campingplatztipps von eingefleischten Süditalien-Kennern.

Mit unseren Nachbarn verstehen wir uns prima. Wahre Sizilianer mit Österreichischen Wurzeln. Wir tauschen täglich unsere zubereiteten Speisen und Rezepte aus und gestern Abend saßen wir bis spät und kalt zwischen unseren Campern und unterhielten uns über alles, was unser Wortschatz hergab.

Da wir noch immer nicht wissen, wann wir wieder in Deutschland sein müssen, genießen wir das Faulenzen, Marktgehen, Lesen und Kontakteknüpfen. Tatsächlich ist es aber leichter, mit den Italienern und ihrer offenen Art ins Gespräch zu kommen, als mit den Deutschen hier.

Gleichzeitig avancieren wir mit der Zeit zu wahren 2-Gasflammen-Kochexperten und das Angebot an frischem Gemüse ist so reichlich, dass es uns an Variationen nicht mangelt. Da wir zuletzt viel zu viel Pizza und Pasta gegessen hatten, versuchen wir es jetzt eine Weile mit gutbürgerlich-mediterran.

 



11.1.14 15:42


Gästebuch

Vielleicht hatte von euch schon jemand versucht, sich in unser Gästebuch einzutragen oder einen Kommentar zu einem Eintrag abzugegeben. Leider wurden diese aber bisher nicht gespeichert und so haben wir sie nicht erhalten. Jetzt müsste es aber gehen. Wer also möchte, darf uns gerne mal was schreiben. Am einfachsten übers Gästebuch.

 

13.1.14 10:41


Man (oder besser Frau) isst sich so durch …

Seit Tagen werde ich durchgefüttert. Seitdem sich meine Zuneigung und Carstens Abneigung für Fisch herumgesprochen haben, werde ich beim Fischkauf sämtlicher Nachbarn mitberücksichtigt. Vorgestern gab es für mich gekochte Krabben, gestern Spaghetti Scoglio (mit Schwertfisch, Krabben und Venusmuscheln) und heute aß ich gegenüber gegrillten Thunfisch mit.


Carsten verhungert dabei aber nicht, keine Sorge. Entweder bekommt er etwas anderes, oder wir haben eh schon gegessen und für mich gibt es den Fisch als Nachtisch . Die Rezepte schreibe ich fleißig mit, um später einmal nachzukochen, was wir hier so alles probieren und da sind natürlich auch andere Leckereien dabei, nicht nur Fisch. Zum Beispiel die Cedro-Frucht. Wir hatten sie zum ersten Mal in Reggio gesehen.


Ein bisschen erscheint sie einem wie die hiesige Mutation einer normalen Zitrone, aber beim Aufschneiden sieht man dann den Unterschied. Während sie selbst um ein Vielfaches größer ist als eine normale Zitrone, ist der Fruchtfleischanteil mehr oder weniger gleich hoch. Doch man isst auch das Weiße mit und schält nur die äußere Schale ab.


Die Einheimischen favorisieren zwei Essvariationen: Entweder mit etwas Olivenöl und Meersalz (mit Olivenöl und Meersalz kann man hier so ziemlich alles essen) oder aber das Fruchtfleisch mit Bicarbonato (Backsoda) betreuen, warten bis es schäumt und dann schnell essen. Letzteres haben wir gestern probiert und heute gleich ein Päckchen Backsoda gekauft. Wahrscheinlich reicht es, um die gesamte Cedroernte der hiesigen Region zu essen, aber da man es laut Beschreibung auch zum Wäschewaschen und zur Polsterreinigung verwenden kann, werden wir es schon verbrauchen. 

 

 

14.1.14 17:45


Zum dritten und vorerst letzten Mal ...

geht es heute zum Ätna. Diesmal Ätna Nord, nicht ganz so hoch, dafür etwas näher mit dem Auto am Krater selbst, um hier die Nacht über zu stehen. Auf knapp 1.750m. Aktuell (kurz nach halb sieben) haben wir noch 3,5 Grad Außentemperatur. Zum Glück ist unsere Standheizung angesprungen. Meist lässt sie uns nämlich im Stich, aber heute scheint sie ein Einsehen gehabt zu haben und so ist es hier drinnen schön warm. Wer nachschauen möchte, wo wir stehen, muss nach „Etna - Rifugio Citelli“ suchen. Hier gibt es genau ein Haus und meilenweit sonst nichts. Dort kann man auch übernachten, es gibt einen großen Schlafsaal, Duschen, etwas zu essen und zu trinken. Außer uns sind keine anderen Gäste da. Der riesige Parkplatz gehört uns wohl heute ganz alleine. Das mag daran liegen, dass heute Nachmittag das Wetter eigentlich ganz und gar nicht nach Ätnabesuch aussah. Noch als wir unsere Anfahrt begonnen hatten, war er komplett in den Wolken gewesen, aber plötzlich (und so passiert es hier häufig), klarte es auf und wir sind bei strahlend blauem Himmel hier oben angekommen. Da war die Sonne bereits hinter dem Ätna verschwunden und tauchte den aufsteigenden Rauch in ein tolles orange-rotes Licht.


Gleichzeitig stieg auf der gegenüberliegenden Seite riesengroß der Mond aus dem Meer auf und steht jetzt ganz voll am wolkenlosen Sternenhimmel (es sind noch 2 Grad). Gleich gehen wir essen. Wir haben uns schon angekündigt und nach dem Tagesessen gefragt. Nordeuropäisches Wildfleisch oder sizilianisches Gemüse, dazu Spatenbier aus München. Was will man mehr? Morgen wandern wir einen Rundwanderweg, der von hier aus beginnt. Dabei kommen wir dem Krater noch ein gutes Stück näher. Die Landschaft auf dieser Seite soll aber ganz anders sein, als auf der Südseite.


Tatsächlich war die Nordseite viel imposanter als die Südseite. Wir waren gut vier Stunden unterwegs und der Blick auf die erstarrten Lavaströme in diesem Vulkankessel war beeindruckend. Aber am tollsten war das plötzliche Grollen von tief drinnen im Berg. Wie ein unterirdisches, unterdrücktes Donnern. Abgefahren!

19.1.14 10:54


Parker der Woche - zum Zweiten ...

Wir hatten ja bereits über die Parksituation in Reggio geschrieben und auch, wie einfallsreich Parkflächen neuinterpretiert werden.

Wir haben ein besonders schönes neues Beispiel gefunden:

Der Hinterreifen steht auf einem frisch umgefahrenen Schild. 

Und zwar auf dem Parkverbotschild. 

19.1.14 11:11


So schnell kanns gehen ...

Gestern waren wir noch in Kalabrien und jetzt sind wir bereits auf der Brennerautobahn kurz vor Bozen. Carstens Prüfungstermin ist in weite Ferne gerückt und so werden wir in den nächsten Tagen im Flieger nach Australien und Neuseeland sitzen. So schnell wie wir eben alles um- und neugepackt und gebucht bekommen. Unser Visum haben wir schon - erstes Häkchen. Dass es jetzt so schnell gehen würde, damit hatten wir zwar nicht gerechnet, aber da uns im Süden die nächsten Tage wohl Regenwetter gedroht hätte, gehen wir nun aus der Sonne in die Sonne und von erfrischend frühlingshaft warm in spätsommerlich warm! Wir tauschen einfach Orangenhaine mit Schafweiden und Peroni mit Fosters und freuen uns schon auf die Abwechslung. Aber Italien gefällt uns nachwievor sehr. Die letzten Tage haben wir bei Kerli und Antonio in Reggio verbracht und waren gemeinsam Salsa tanzen, am Strand spazieren, Bowling spielen und Brioche con gelato essen (ein aufgeschnittenes Brioche mit ca. 5 Kugeln Eis und Sahne gefüllt!!) … La dolce vita eben. 

 

Während wir das schreiben, sehen wir links und rechts von uns schneebedeckte Berge und so ein bisschen schneeweh stellt sich da dann doch ein.

Für die Fahrt in den Süden hatten wir uns wie immer über die schöne-Route-Option unseres Navis leiten lassen, Autobahnen und Mautgebühren vermieden und gute fünfeinhalb Tage gebraucht, um endlich anzukommen. Die Rückfahrt schaffen wir nun in gut zwei Tagen. Immerhin 1.750km.

Mit Freude lesen wir übrigens die Einträge in unser Gästebuch und freuen uns über jeden einzelnen sehr!

 

23.1.14 15:50





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