Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Abonnieren
 



  Links
   bobontour2 - hier geht's weiter



http://myblog.de/bobontour

Gratis bloggen bei
myblog.de





La prima domenica d'avvento - benvenuto!

Pünktlich zum ersten Advent startet nun endlich unser Blog über unsere einjährige Reise durch Italien, nach Australien und Neuseeland und wohin auch immer die Sommermonate 2014 uns noch bringen werden.

Wir sind schon einige Zeit mit unserem VW-Bus Bob unterwegs und werden zuerst einmal Revue passieren lassen, was wir bereits unternommen haben.
Wenn wir dann im Hier und Jetzt angekommen sind, wollen wir euch einigermaßen aktuell über unsere Aufenthaltsorte, Eindrücke und Erlebnisse auf dem Laufenden halten. Viel Spass beim Lesen und Mitreisen!
1.12.13 14:57


Warum Italien?

Zugegeben - die meisten Leute reisen für ein ganzes Jahr meist in weit exotischere oder entferntere Länder als Italien, oder sie reisen gleich einmal um die ganze Welt, wir haben uns aber für eine ausgiebige Reise durch Bella Italia entschieden und das kam so: Unser Freund Matze hatte gerade seine Abschiedsparty gefeiert und war im Begriff für eine Zeit in die USA zu gehen, als wir auf der Heimfahrt von dieser Feier beide einen akuten Anfall von Fernweh bekamen. Carsten war schon während der Schulzeit für ein Jahr in Alaska und während des Studiums in Stockholm gewesen. Ich hatte ein Auslandssemester in Nottingham studiert. Doch das war schon wieder eine ganze Zeit her. Ich war zu diesem Zeitpunkt bereits in meinem dritten Dienstjahr an der Realschule und Carsten hatte seine Promotion begonnen. Dies bedeutete einen zeitlich auf drei Jahre befristeten Vertrag. Uns war klar, wenn er danach direkt eine neue Stelle annehmen würde, wäre die Chance auf ein Reisezeitfenster auf unbestimmte Zeit ersteinmal vertan. Also stand der Zeitraum für unser Vorhaben sofort fest: wenn wir tatsächlich fahren würden, dann im Schuljahr 2013/14. Aber wohin würde die Reise gehen? Innerhalb der einstündigen Heimfahrt von Karlsruhe nach Kirchheim hatten wir nicht nur den Beschluss gefasst, mal einfach so ein Jahr zu gehen, sondern legten auch gleich per Ausschlussprinzip unser Reiseziel fest. Wir wollten beide eine neue Sprache lernen, nicht nach Südamerika oder in den asiatischen Raum und schlussendlich sollte es mit einem kleinen Campingbus sicher zu bereisen sein. Italien eben. Pünktlich zu Weihnachten reichten wir dann den stellenwirksamen Änderungswunsch eines Freistellungs-jahres ein und somit war die Sache amtlich.
1.12.13 15:37


Gekauft wie gesehen!

Lange Zeit verbrachten wir damit, die online Angebote für gebrauchte VW-Busse zu vergleichen. Schließlich fanden wir eine vielversprechende Anzeige - T4, 200.000km, unfallfrei, kaum Rost ...
Wir hatten unser Auto gefunden und waren davon überzeugt, einen prima Kauf gemacht zu haben. - Bis sich schließlich herausstellte, dass gekauft wie gesehen auch bedeutet, wonach nicht gefragt wurde, muss auch nicht erwähnt werden. Wie etwa der Ölverbrauch von einem Litern pro 300km, der Innenraumbrand, der sichtbar wird, wenn man die Kunststoffabdeckungen für die erste Großreinigung abschraubt und und und.
Nach und nach wurde die Liste auf der tut-nicht Seite länger, als auf der tut-Seite. Wir hatten diesen 20Jahre alten Bock allerdings mittlerweile so lieb gewonnen, dass wir ihm eine OP am offenen Herzen, also eine Rundumerneuerung des Motors, Kupplung, Wasserpumpe, etc. finanzierten.
Mittlerweile sind wir bereits die ersten 15.000 km gefahren. Immer wieder werden wir mit kleineren Defekten wie kaputtem Keilriemen oder undichter Dieselansaugung überrascht, aber Bob bringt uns (wenn auch ab und an bergauf nur im ersten Gang) mit seinen 78,5PS (wir fahren ja schließlich mit Motortuning auf der ersten Zylinderübergröße) überall hin. - Nur rosten tut er, und das schneller als wir fotodokumentarisch festhalten können. Dieser etwas heruntergekommene Anblick auf der Beifahrerseite aber, so hoffen wir, schreckt bestimmt sämtliche Autoknacker ab, bei uns irgendwelche Kostbarkeiten zu vermuten.




1.12.13 16:40


Wohnung auflösen, packen, los gehts!

Was sich so alles in einer 90 Quadratmeter großen Wohnung ansammelt, wird einem dann ganz deutlich bewusst, wenn dieser Inhalt auf die beiden elterlichen - ebenfalls komplett ausgestatteten - Haushalte zur einjährigen Zwischenlagerung aufgeteilt werden muss. Es geht eben nicht viel hinein in einen so kleinen Bus. Deshalb wurde der Berg der mitzunehmen Gegenstände auch bei mehreren Sichtungsdurchgängen auf einen Bruchteil seines ursprünglich vor allem weiblich geprägten ausmaßes dezimiert. Allen anfänglichen Verzichtsängsten zum Trotz, kommt man tatsächlich mit weitaus weniger Dingen aus als man denkt. Ausgestattet mit einer Mimimalgarnitur an Kleidern und Schuhen(!), dafür dem kompletten Set MarcoPolo Straßenkarten für Italien, Proviant für die ersten Tage und zwei Fahrrädern ging es schließlich am 5. September 2013 los.
1.12.13 17:29


Italien - Teil 1

Nach einigen Umwegen und Unwegsamkeiten erreichten wir schließlich fast eine Woche nach unserem Aufbruch zum ersten Mal italienischen Boden. Sieben Wochen lang reisten wir dann durch Trentino, Veneto, Emilia Romagna, Marken, Umbrien, Lazio, die Toskana und wieder für einen kurzen Abstecher zurück nach Hause. Wer die Route auf der Landkarte verfolgen möchte, liest die nachfolgende Aneinanderreihung von Ortsnamen. Wen aber eher die Highlights unserer ersten Etappe interessieren, muss noch etwas auf die nächsten Einträge warten. Hier nun im Schnelldurchlauf: Kaltern am Kalterer See, Klausen, Seiser Alm, Verona, Soave, Vicenza, Padua, Chioggia, Abbazia di Pomposa, Comacchio, Ravenna, Torre Pedrera, San Marino, Rimini, Urbino, Corinaldo, Porto Recanati, Loreto, Ascoli Piceno, Assisi, Rom, Castel Gandolfo, Orbetello, Castagneto Carducci, Negrar, Meran.
1.12.13 19:30


Vorbei an Verona und dann irgendwann links...

Wie bereits erwähnt, verlassen wir uns auf unserer Reise nicht nur auf unser Navigationsgerät, sondern sind mit Straßenkarten, Toursets, diversen Camping- und Stellplatzführern ausgerüstet und sind auch neuerdings Mitglied bei fattore amico. Täglich stellen sich uns nämlich zwei Fragen. Wo fahren wir hin und wo stehen wir über Nacht? Während wir uns bei der ersten Frage meist schnell einig sind, kann es bei der Wahl vor allem von freien Parkmöglichkeiten ab und an dauern, bis wir auf einen Rastplatz geeinigt haben. Doch glücklicherweise findet man in Italien aber in fast jeder Stadt einen ausgewiesenen Wohnmobilstellplatz und eine wirklich mühsame Suche kommt nur selten vor. Meist lassen wir uns von unserem Navi auf "schöner Route" zum nächsten Zielort bringen und verfolgen mit dem Marker die Straßen - sofern diese überhaupt eingezeichnet sind - auf der Landkarte. Manchmal übertreibt es das Navi jedoch mit dem Ausfahren kleiner und kleinster Nebenstraßen, sodass wir dann doch mittels Karte unseren Weg in die Zivilisation zurückfinden müssen. Doch spannender als immer nur der strada statale zu folgen ist es allemal.
1.12.13 22:49


Nun alles schön der Reihe nach ...

Sportlich legten wir los und wanderten am Kalterer See

und auf der Seiser Alm.

 

Darauf folgten die Städte Verona, Vicenza und Padua.

 

Vor drei Jahren waren wir schon ein paar Tage in Verona gewesen - mit obligatorischem Arenabesuch. Diesmal waren wir mit dem Fahrrad nur ein paar Stunden in der Stadt unterwegs. Auch wenn wir Pech mit dem Wetter hatten, ist Verona einfach eine tolle Stadt und lohnt jeden noch so kurzen Besuch.

 

Vicenza ist ein viel kleineres Städtchen, dafür sehr viel ruhiger und entspannter. Weil wir mal wieder pünktlich zur Mittagspause ankamen und die meisten Geschäfte erst um vier wieder öffneten, verbrachten wir eine ganze Weile damit, den Kunststudenten beim Zeichnen und den Arbeitern beim Reinigen der Statuen zuzuschauen. Leider ist der Montag generell kein guter Städtebesuchstag. Lunedi - chiuso.

 

Padua, so haben wir gelernt, ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Italiens. Hier befinden sich die sterblichen Überreste des heiligen Antonius. Unglaublich, wieviele Leute dieses Grab besuchen. In einem Seitenschiff der Kirche sind die Reliquien des Antonius ausgestellt. Gewandt und Tuch des Heiligen, aber auch hinter Glas, fein säuberlich erhalten, zwischen Kelchen und anderen Exponaten seine Zunge und Stimmbänder!

 

Von Padua aus ging es dann zum ersten Mal ans Meer. In Chioggia fanden wir einen Campingplatz direkt am Strand und konnten einen wunderbaren Sonnenaufgang genießen. Auch versuchten wir uns zum ersten Mal in der Zubereitung von Muscheln.


 

Haarscharf an einer akuten Salzvergiftung vorbeigeschrammt, pflegten wir dann auch unser all-vierzehntägiges Wäsche-waschritual. Dabei verwandelt sich unsere Campingplatz- parzelle in eine Nachahmung einer alten Waschpulverwerbung - eine Endloswäscheleine rund ums Auto und zahlreiche Bäume gespannt, auf der fein säuberlich unser gesamter Kleidervorrat hängt.

 

Von Chioggia aus war Ravenna unser nächstes Ziel. Die Stadt ist für ihre Mosaike berühmt und das auch zurecht, ansonsten ist sie aber eher verschlafen und nachts klappen die Bordsteine schneller hoch, als dass man buona notte sagen kann. Trodtzdem erlebten wir am Lido di Dante bei Ravenna unsere bisher spannendste Stellplatznacht - aber dazu ein andermal mehr ... 

 

Etwas nördlich von Rimini verbrachten wir einige Tage am Strand und machten unsere ersten Erfahrungen im Jetskifahren.

 

Unser Stellplatz war zwar schön gelegen, aber ansonsten spartanisch ausgestattet und somit hatten wir die Gelegenheit unsere Campingdusche auszuprobieren. Eben mal "kurz" duschen, bedeutete dabei, in mehreren Durchgängen mit dem 1l Wasserkocher heißes Wasser kochen, Duschzelt aufbauen und befestigen (damit man während des Duschens nicht plötzlich im Freien steht), die elektrische Brause durchs Fenster ins Auto verlegen und mittels Kabelbinder am Duschzelt anbringen - und hoffen dass alles wieder aufgeräumt ist, bevor es dunkel wird.


In den darauffolgenden Tagen brachten wir Bob an seine Leistungsgrenze im ersten Gang als wir mal wieder auf schöner Route nach San Marino fuhren. Wer schon einmal dort war, kennt vermutlich die eine Autobahn, die dort hinführt und die wohl jeder Tourist für die Anfahrt in die Hauptstadt nutzt. Wir nicht! Wir kennen dafür die Rollsplitstrecke mit 60% Steigung, die irgendwo zwischen Olivenhainen und Bauernhöfen vorbeiführt. Einmal angehalten, wären wir wohl nie mehr von der Stelle gekommen.

 

 

2.12.13 18:12


Von Staubsaugervertretern und Falschparkern ...

Wir wohnen seit zwei Wochen in einer Wohnung in Reggio Calabria. Bob steht sicher auf dem umzäunten Parkplatz und fristet sein Dasein unter Feigenbäumen und Palmen. Um in unsere Wohnung zu kommen brauchen wir drei unterschiedliche Schlüssel und hinaus kann man auch nur, wenn man das Türschloss von innen aufschließt. Alles securo!

Wenn es klingelt, ist es in der Regel ein Familienmitglied unseres Vermieters, der scheinbar einen Narren an uns gefressen hat, um etwas vorbeizubringen, etwas in der Wohnung zu reparieren oder uns erneut einzuladen. Vor ein paar Tagen klingelte es am späten Nachmittag wieder an der Wohnungstür, doch diesmal standen zwei Männer da und redeten in einem uns unverständlichen Italienisch auf uns ein. Zuerst dachten wir, es wären die ersehnten meccanici, um endlich unsere Spülmaschine zu reparieren, doch dann hielten sie uns ein dickes Ringbuch unter die Nase und zeigten darauf. Da sind wir nun 1750km von zu Hause entfernt, versuchen uns seit Wochen mental und sprachlich zu akklimatisieren und dann kommen zwei italienisch Vertreter und wollen uns einen Vorwerkstaubsauger neuerster Generation verkaufen! Freundlich haben wir darauf hingewiesen, dass wir bereits im Besitz eines solchen Hightechgerätes sind. Als wir ihnen versicherten, für die verbleibenden zwei Wochen auch kein weiteres dazukaufen zu wollen, verabschiedeten sie sich dann auch höflich. Seitdem ist Ruhe an der Klingel.


Von unserer Wohnung aus sind es knapp zwanzig Gehminuten bis zur Uni. Hier in Reggio sind die meisten Straßen in der Innenstadt Einbahnstraßen und alles ist relativ eng verbaut. Dazu kommt, dass die Stadt sich über zahlreiche Bergausläufer erstreckt und es ständig auf und ab geht. Der Verkehr in der Stadt ist das reinste Chaos. Wenn es nicht voran geht, wird gehupt. Geht es noch immer nicht voran, wird noch mehr gehupt. Hat man bereits mehrfach gehupt, stellt man um auf Dauerhupen. Meist ist aber nicht nur das hohe Verkehrsaufkommen für das Innenstadtchaos verantwortlich, sondern es ist ganz normal, eben mal kurz in der einspurigen Einbahnstraße anzuhalten, auszustiegen, den Einkauf beim Metzger zu erledigen, dabei höflich den Warnblinker zu setzen, und die zwanzig Autos hinter sich warten zu lassen. Kein Witz! Einparken ist hier ebenfalls keine Kunst, sondern eine Krankheit. Anstelle ordnungsgemäß längs zur Fahrbahn zu parken, fährt man einfach auf den Gehweg hinauf so weit es geht und blockiert damit sowohl diesen, als auch mit dem in die Straße hinausragenden Heck wiederum den gesamten vorbeifahrenden Verkehr.



Viele Seitenstraßen sind hier Sackgassen und werden in der Regel als dreispurige Parkplätze genutzt. Wie allerdings das Ausfahren für die Fahrzeuge ganz hinten geregelt ist, konnten wir bisher noch nicht herausfinden.

4.12.13 16:50


Nikolaustag

Heute ist der 6. Dezember. Nikolaustag! Aus unseren Adventskalendern von unseren Familien sind heute tolle Sachen herausgekommen. Vielen Dank dafür! Obwohl es hier alles andere als weihnachtlich zugeht, haben wir am Wochenende fleißig Weihnachtsplätzchen gebacken. Obwohl wir sämtliche Küchenutensilien ausleihen mussten, nicht alle Zutaten bekommen und auch noch für Stromausfall während des Backens gesorgt hatten, sind sie uns ganz prima gelungen. Weil sie frisch dann doch am besten schmecken, hatten wir sie schon gestern mit in den Sprachkurs genommen und mächtig Eindruck gemacht. Heute hat dafür die Dozentin echte kalabresische Weihnachtsplätzchen mitgebracht und wir hoffen, dass es die nächsten Tage so weiter geht. Da sich unser Kurs aus uns, einem Ukrainer, einer Nigerianerin, einer Estin, einer Kasachin, einer Irakerin, einem Marokkaner und einer Philippina zusammensetzt, könnte das noch ziemlich kulinarisch werden.



6.12.13 19:25


Reiseleitung auf italienisch...

Wir sitzen im Bus auf der Heimfahrt von unserem Kurztrip nach Sizilien. Dieser wurde organisiert von der Uni und seit Tagen angepriesen. Doch momentan fühlen wir uns im sizilianischen Bermudadreieck gefangen, da wir seit über einer Stunde Syrakus verlassen, bereits gestoppt und gewendet haben und nun wieder in Richtung Syrakus fahren. Es war für unseren Busfahrer schon nicht leicht hierher zu finden (zwei Richtungswechsel in knapp 40km) und nun findet er scheinbar nicht mehr zurück. Hoffentlich fahren die Fähren die ganze Nacht hindurch, denn laut gps sämtlicher Smartphones hier im Bus müssen wir die 50 km Umweg erstmal wieder aufholen, nachdem wir schon mit Verspätung überhaupt losgekommen waren. Aber eigentlich rundet diese Heimfahrt die gesamte Tour wunderbar ab und es hätte uns auch schwer gewundert, wenn wenigstens die Rückfahrt reibungslos geklappt hätte.

Im Prinzip hätten wir letzte Woche schon ahnen müssen, worauf wir uns einlassen, wenn wir mit Emilio* auf Reise gehen. Letzten Freitag stand für die ausländischen Studenten der Besuch des Museums für Meeresbiologie an, organisiert von eben jenem Emilio. Wir hatten uns angemeldet und erwartet: ein Museum, Fische in Aquarien, Seltenheiten und allerlei Interessantes. Wir hatten zusammen mit Emilio zunächst einmal nicht gefunden: das Haus, ein Museum. Das Museum stellte sich nämlich als das Wohnzimmer eines Professors für Meeresbiologie heraus, bei dem uns Emilio etwa eine Stunde vor unserem Besuch angemeldet hatte und wir verbrachten dort die langweiligsten zwei Stunden unserer ganzen bisherigen Reise.

Emilio arbeitet für die Uni, ist um die fünfzig, redet viel und ausdauernd und man findet ihn wahlweise in der Nähe hübscher Studentinnen oder am Telefon. Er ist zuständig für die Organisation der außeruniversitären Veranstaltungen und für die Bespaßung der ausländischen Studenten und das seit über zwanzig Jahren.

Noch am Freitag war Emilio in unseren Sprachkurs gekommen, um uns eindringlich an die Abfahrtszeit um sechs Uhr „deutscher Zeit“ zu erinnern. Es war dann auch tatsächlich ein Großteil der Mitfahrenden um sechs Uhr am Bahnhof, jedoch weder Emilio noch unser Bus.

Um halb sieben, also mit der ersten 30 minütigen Verspätung, machten wir uns auf den Weg nach Sizilien. Wir besichtigten in den beiden Tagen die beeindruckenden Städte Ragusa, Modica, Noto und Syrakus. Das Wetter spielte wunderbar mit und wir bestaunten barocke Altstädte, zweieinhalbtausend Jahre alte Bauwerke und schlemmten auf dem traditionsreichen Schokoladenfest in Modica.

 

 

Nur die Organisation der ganzen Fahrt war zunächst chaotisch und am Ende peinlich geprägt von fehlender Vorbereitung und Kritikfähigkeit. Nachdem wir am Nachmittag  bald eine Stunde auf Emilio am ausgemachten Treffpunkt warteten, warteten wir eine weitere viertel Stunde auf den Bus. Dass dabei selbst unsere spanischen Mitreisenden über die Unpünktlichkeit lauthals Kritik äußerten, sagt wohl alles. Jedenfalls war Emilio beleidigt, schob die Schuld auf den Busfahrer, denn selbst wenn er pünktlich erschienen wäre, wäre ja der Bus noch immer nicht da gewesen - ?

Nun ja, jetzt sind wir jedenfalls im Bus, haben viele neue Eindrücke gesammelt, ein Lehrstück in Sachen Organisation erhalten und sind um einige Erfahrungen reicher. Die Fahrt hat sich in jedem Fall gelohnt, wir haben das ganze Wochenende (zur Not auch mit Händen und Füßen) italienisch gesprochen, nette Leute kennengelernt und uns prächtig amüsiert.

Und wir wissen jetzt auch, wo wir Weihnachten verbringen und wohin wir erneut fahren wollen - und dass wir auf weitere Ausflüge mit Emilio lieber verzichten.

* Name geändert ;-)

 

 

9.12.13 22:29


Geburtstag in der Großfamilie ...

Gestern hatte Antonio Geburtstag. Kerli, seine Freundin, geht mit uns in den Sprachkurs und wir verstehen uns prima und so waren wir am Abend zur Geburtstagsfeier eingeladen. Antonio hat 4 Schwestern und 9 Neffen und Nichten und mit dem Betreten des ausgebauten Dachgeschosses des elterlichen Hauses, das nur aus einem Esszimmer und einer Küche zu bestehen scheint, fühlten wir uns ans Filmset von „Maria, ihm schmeckt‘s nicht“ versetzt. Kaum zur Türe hereingekommen, wurden wir aufs Herzlichste begrüßt und erlebten in den folgenden Stunden den ganz normalen Wahnsinn einer italienischen Großfamilienfeier. Insgesamt saßen wir mit 35 Personen an einer einzigen riesigen Tafel, die Männer links, die Frauen und Kinder rechts und unterhielten uns mit Händen und Füßen. Da kaum jemand Englisch sprach, waren wir allein auf unsere neuerworbenen Sprachkenntnisse angewiesen. Wir kamen aber ganz ordentlich zurecht und das obwohl der kalabresische Dialekt nicht gerade zu den der italienischen Hochsprache / Sprachkurssprache am nächsten gelegenen Dialekte gehört.  

Den ganzen Abend über brachten die Frauen nicht enden wollende Mengen an Essen aus der Küche und die Männer ließen sich wie selbstverständlich bedienen. Nach der dritten Vorspeisenrunde gab es Pizza und anschließend selbstge-backenen Kuchen von Kerli. Alles in allem sehr lecker und viel zu viel für unsere ohnehin in letzter Zeit stark von Pasta und Weißbrot gebeutelten Bäuche. Da konnte nur noch estnischer Verdauungsschnaps von wahlweise 16%, 40% oder 50% helfen.

Pünktlich um Mitternacht endete das Fest und nachdem Antonios Mama für unsere Heimfahrt eine Provianttüte aus Vorspeisenüberschuss und Früchten aus dem eigenen Garten zusammengepackt hatte, verließen wir schließlich die Feier fast mit volleren Händen als wir gekommen waren. Die Leute hier sind wirklich sehr sehr gastfreundlich. Sie freuen sich sehr darüber, dass wir ihre Sprache lernen und ihre Kultur kennenlernen wollen. Unser nächster Besuch ist schon beschlossene Sache.


11.12.13 21:26


Parker der Woche ...


13.12.13 19:57


Faszination Ätna ...

Seit unserer Anfahrt nach Reggio Calabria beobachten wir den Ätna. Zwischenzeitlich ist er schon ganz ordentlich mit Schnee bedeckt und so kann man von weitem die neuen Lavaspuren ganz gut erkennen:

Blick auf den Ätna am frühen Morgen vom Campingplatz in Naxos:

Immer wieder weht es riesige Aschewolken von Sizilien herüber nach Reggio:

Von unserer Terasse aus können wir zwischen den Hochhäusern hindurch an den meisten Tagen den Ätna sehen und das Wechselspiel von Sonne, Wolken, Tageszeit und dem gar nicht mal so wenig aktiven Vulkan beobachten. An diesem Abend tauchte die untergehende Sonne den aufsteigenen Rauch in ein tolles Licht.

Von der Strandpromenade sah der Sonnenuntergang dann so aus:


 

14.12.13 17:40


24 Grad im Schatten ...

... hatten wir heute - am 16. Dezember - und das bedeutete auf der Terrasse zu essen und eine Weile in der Sonne zu dösen. Herrlich! Weihnachtsstimmung kommt acht Tage vor Heiligabend dabei aber nicht so wirklich auf, auch wenn im Radio Weihnachtslieder gespielt werden und immer mehr Weihnachtsdeko in den Schaufenstern und an den Häusern angebracht wird. Tagsüber erscheinen die Neonlichterketten im Sonnensschein wie ein Irrtum in der Jahreszeit, gegen Abend wird es aber auch hier sehr schnell kühl und Weihnachten rückt dann doch wieder ein ganzes Stück näher. So waren wir am Wochenende auch auf der Weihnachtsfeier einiger ausländischer Studenten und jeder brachte etwas Landestypisches zu essen mit. Ungarische, estische, deutsche, spanische, dänische, italienische, ... Speisen wurden aufgetischt und unsere Käsespätzle kamen dabei gut an. Morgen werden wir zum ersten Mal ins italienische Kino gehen - unsere Italienischkenntnisse testen.


 

16.12.13 17:25





Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung